PITT in der physiotherapeutischen Arbeit
Die psychodynamisch-imaginative Traumatherapie (PITT) wurde von
Luise Reddemann und Kolleg:innen ab den
1980er-Jahren entwickelt.
Der Ansatz ist ressourcenorientiert, traumasensibel und
stabilisierend.
Im Mittelpunkt steht nicht die Konfrontation
mit belastenden Inhalten, sondern die Stärkung innerer
Sicherheit, Selbstregulation und
Selbstwirksamkeit.
Positive innere Bilder, stärkende Vorstellungen und das
bewusste Wahrnehmen eigener Ressourcen bilden ein wichtiges
Gegengewicht zu belastenden Erfahrungen.
Ein zentrales Grundprinzip ist das sogenannte
„beidäugige Sehen“:
Belastungen werden ernst genommen – gleichzeitig wird der Blick
bewusst auch auf vorhandene Fähigkeiten,
Schutzmechanismen und innere Kraftquellen gerichtet.
Wie wirkt PITT?
PITT arbeitet mit Imaginationen,
inneren Bildern und Anteilen
(Ego-State-Arbeit).
Diese Elemente ermöglichen es, psychische und
körperliche Prozesse miteinander zu verbinden.
Durch achtsames Wahrnehmen wird spürbar,
– wie innere Vorstellungen auf den Körper wirken,
– wo Entspannung entsteht,
– wo sich Spannung oder Schutzreaktionen zeigen.
So können innere Muster behutsam erkannt, neu eingeordnet und reguliert werden – ohne Überforderung.
Wann können PITT-Elemente unterstützend sein?
Ausgewählte, stabilisierende Elemente aus PITT können hilfreich sein bei:
– anhaltendem Stress oder Dysregulation des
Nervensystems
– innerer Anspannung, Unruhe oder Erschöpfung
– körperlichen Beschwerden mit emotionalem oder
stressbedingtem Zusammenhang
– der Stärkung von Selbstwahrnehmung, innerer
Stabilität und Resilienz
– einem besseren Umgang mit Schmerzen und körperlichen
Symptomen
Dabei steht nicht die Aufarbeitung traumatischer Inhalte, sondern die Ressourcenaktivierung, das Verständnis für sich selbst und der Aufbau von innerem Halt im Vordergrund.
Wie integriere ich PITT in meine Arbeit?
Ich nutze ausgewählte, ressourcen- und stabilisierungsorientierte Elemente der PITT ergänzend zu meiner physiotherapeutischen und körpertherapeutischen Begleitung.
Wichtig:
– Ich biete keine traumakonfrontative
Psychotherapie an.
– Die Arbeit erfolgt im Rahmen meiner
physiotherapeutischen Kompetenz.
– PITT-Elemente fließen unterstützend ein.
Im Mittelpunkt stehen dabei:
– der Zugang zu inneren Bildern
– stärkende oder schützende innere
Anteile
– eine achtsame, schrittweise Begleitung
– immer orientiert am Tempo des Nervensystems
Haltung und Ziel
Die PITT-Arbeit ist geprägt von einer wertschätzenden
und behutsamen Haltung.
Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen,
– sich innerlich stabiler und sicherer zu
erleben,
– eigene Selbstregulationsfähigkeiten zu
stärken,
– körperliche und innere Spannungszustände zu
entlasten.
Es geht nicht darum, „funktionstüchtig“ zu werden, sondern um eine ganzheitliche Begleitung des Menschen.
Abgrenzung & weiterführende Informationen
Diese Seite beschreibt die Nutzung von PITT-Elementen im Rahmen meiner physiotherapeutischen Arbeit.
Wenn Sie sich vertiefend mit PITT, traumaorientierter Begleitung und der Rolle des Nervensystems beschäftigen möchten, finden Sie ausführliche Informationen auf meiner Website:
→ Zur Website
körperweise.at
(Somatic Experiencing® und traumaorientierte Körpertherapie)
Die Wahl des therapeutischen Ansatzes ist immer Teil einer individuell abgestimmten physiotherapeutischen Begleitung.
