Bobaththerapie in der Physiotherapie
Unter einer Bobath-Behandlung versteht man kein fixes
Übungsprogramm und keinen vorgegebenen
Behandlungsablauf.
Vielmehr handelt es sich um eine individuelle
physiotherapeutische Begleitung, die sich am Menschen
in seiner Gesamtheit orientiert.
Die Behandlung richtet sich nach den Bedürfnissen, Möglichkeiten und Zielen der jeweiligen Person – nicht nach einem starren Schema.
Grundgedanke des Bobath-Konzepts
Ein zentrales Prinzip des Bobath-Konzepts ist, den Menschen
in allen Bereichen seiner Person
wahrzunehmen.
Dazu zählen körperliche Aspekte ebenso wie Wahrnehmung,
Aufmerksamkeit, Motivation und emotionale Faktoren.
Die Behandlung orientiert sich dabei stets an dem, was für den
jeweiligen Menschen sinnvoll und
alltagsrelevant ist.
Nicht die Ziele der Therapeutin stehen im Vordergrund, sondern
die Anliegen und Möglichkeiten des Patienten bzw. des
Kindes.
Bobath-Therapie im Alltag
Damit die Therapie wirksam und nachhaltig sein kann, spielt die
Eigenaktivität eine zentrale Rolle.
Bewegung soll nicht „angeleitet“, sondern ermöglicht
und unterstützt werden.
Bei Kindern zeigt sich dies vor allem im Spiel, in Neugier und im Bewegungsdrang.
Bei Erwachsenen stehen Alltagshandlungen, Interessen oder Hobbys im Vordergrund.
Durch die Gestaltung des Umfelds und den Einsatz von
alltäglichen oder spielerischen Materialien
wird der Mensch dazu angeregt, selbst aktiv zu werden.
Die Therapeutin unterstützt dort, wo es nötig ist, und schafft
Raum für vielfältige Bewegungserfahrungen.
Wann kann Bobath-Therapie sinnvoll sein?
Die Bobath-Therapie wird in der Physiotherapie bei unterschiedlichen Fragestellungen eingesetzt.
Bei Babys und Kindern, z. B. bei:
– Verzögerungen in der motorischen Entwicklung
(z. B. verspätetes Drehen, Krabbeln, Sitzen oder Gehen)
– Auffälligkeiten in Haltung oder Bewegung (Asymmetrien)
– einseitigem Drehen des Kopfes
– Schwierigkeiten in der Bauchlage
– erhöhter oder verminderter Körperspannung
– allgemeiner Unruhe
– Weinen beim Stillen
– Auffälligkeiten in Wahrnehmung oder Aufmerksamkeit
– angeborenen oder erworbenen Erkrankungen des zentralen
Nervensystems
– Muskelerkrankungen
(Die genannten Punkte dienen der Orientierung und stellen keine abschließende Aufzählung dar.)
Bei Erwachsenen, z. B. bei:
– Bewegungsstörungen infolge neurologischer Erkrankungen
– Folgen von Schlaganfällen
– Hirnverletzungen oder Hirntumoren
Auch hier steht die Förderung von Selbstständigkeit und Alltagsfähigkeit im Mittelpunkt.
Einordnung in meine physiotherapeutische Arbeit
In meiner Arbeit nutze ich Elemente des Bobath-Konzepts
situationsabhängig und individuell.
Der Ansatz wird nicht isoliert angewendet, sondern in einen
ganzheitlichen physiotherapeutischen
Behandlungsprozess eingebettet.
Ziel ist es, Bewegungsfähigkeit, Selbstständigkeit und natürliche Entwicklung zu unterstützen und damit die Teilhabe am Alltag zu erleichtern.
Die Wahl des therapeutischen Ansatzes ist immer Teil einer individuell abgestimmten physiotherapeutischen Begleitung.
