Ottensheim bei Linz

Craniosacrale Therapie in der Physiotherapie

Die craniosacrale Therapie ist ein körperorientierter, manueller Ansatz, der aus der Osteopathie stammt und in der physiotherapeutischen Arbeit ergänzend eingesetzt werden kann.

Der Fokus liegt auf dem Bereich zwischen Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum). In diesem System steht die rhythmische Bewegung der Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt, im Vordergrund.
Da über Knochen, Muskeln und insbesondere Faszien alle Strukturen des Körpers miteinander verbunden sind, kann dieser Rhythmus auch an anderen Körperregionen wahrgenommen werden.

Grundgedanke der craniosacralen Arbeit

Die craniosacrale Therapie arbeitet mit sehr sanften manuellen Impulsen.
Ziel ist es, Spannungen im Gewebe wahrzunehmen und dem Körper Raum zu geben, Regulation und Ausgleich zu unterstützen.

Durch die behutsame Herangehensweise eignet sich dieser Ansatz grundsätzlich für Menschen jeden Alters und kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Babys und Kindern in die physiotherapeutische Begleitung integriert werden.

Craniosacrale Therapie bei Babys und Kindern

Das craniosacrale System von Babys und Kindern ist noch sehr sensibel und reagiert häufig bereits auf kleine, gezielte Impulse.
In der physiotherapeutischen Begleitung kann dies genutzt werden, um Spannungen wahrzunehmen und den Körper in seiner Regulation zu unterstützen.

Während der Geburt ist der kindliche Körper großen Anpassungsprozessen ausgesetzt. Auch in der Zeit danach können unterschiedliche Belastungen auftreten, etwa durch Erkrankungen, Schmerzen, Verletzungen oder andere körperliche Herausforderungen.
Die craniosacrale Therapie kann hier als sanfter, unterstützender Ansatz in die physiotherapeutische Arbeit einbezogen werden.

Mögliche Anwendungsbereiche im Kindesalter

Die craniosacrale Therapie kann im Rahmen der Physiotherapie unter anderem begleitend eingesetzt werden bei:

Im Zusammenhang mit dem Geburtsgeschehen, z. B.:
– nach sehr langer, sehr schneller oder als belastend erlebter Geburt
– nach Kaiserschnitt oder Geburtskomplikationen
– bei Steißlage, Mehrlingsschwangerschaften oder Nabelschnurumschlingung

Bei Säuglingen, z. B.:
– anhaltender Unruhe
– Still- oder Trinkschwierigkeiten
– vermehrtem Spucken
– auffälliger Kopfhaltung oder eingeschränkter Beweglichkeit
– begleitend zu orthopädischen Maßnahmen (z. B. Hüftbehandlung)

Bei Kindern, z. B.:
– wiederkehrenden Spannungs- oder Haltungsthemen
– Kopfschmerzen
– Schlaf- oder Verdauungsproblemen
– begleitend bei kieferorthopädischen Behandlungen

(Die genannten Beispiele dienen der Orientierung und stellen keine abschließende Aufzählung dar.)

Ablauf der Behandlung

Während der Behandlung können Babys und Kinder angezogen bleiben.
Die Therapie findet meist im Liegen statt, kann jedoch jederzeit an die Bedürfnisse des Kindes angepasst werden – etwa, wenn Bewegung, Sitzen oder Nähe zur Bezugsperson gewünscht ist.

Die Behandlung erfolgt ruhig, ohne Druck und im individuellen Tempo des Kindes.
Viele Kinder empfinden diese Form der Begleitung als angenehm und können sich gut darauf einlassen.

Einordnung in meine physiotherapeutische Arbeit

In meiner Arbeit nutze ich die craniosacrale Therapie nicht isoliert, sondern als Teil eines individuell abgestimmten physiotherapeutischen Behandlungsprozesses.
Der Ansatz wird situationsabhängig mit anderen physiotherapeutischen Methoden kombiniert und orientiert sich stets am jeweiligen Kind und dessen aktueller Situation.

Die Wahl des therapeutischen Ansatzes ist immer Teil einer individuell abgestimmten physiotherapeutischen Begleitung.

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