Therapie für Kinder

Bobaththerapie für Kinder

Das Bobathkonzept stellt das bedeutendste und umfassendste neurologische Behandlungskonzept in der Physiotherapie dar. Es handelt sich um eine individuelle Behandlung, die sich am Menschen in seiner Gesamtpersönlichkeit orientiert. Das bedeutet das Kind wird in allen Bereichen seiner Persönlichkeit gesehen – sowohl auf körperlicher Ebene, als auch auf sprachlicher, kognitiver und emotionaler Ebene – und dort unterstützt, wo notwendig.

Oberstes Prinzip ist: die Behandlung richtet sich nach den Wünschen und Bedürfnissen des Kindes und der Eltern.

Die Bobaththerapie soll für den Patienten sinnvoll und alltagsrelevant sein, deshalb spielt das persönliche Interesse und die Motivation eine wichtige Rolle. Beim Kind spiegelt sich das in erster Linie im Spiel und im Drang nach selbständiger Fortbewegung. Über die Gestaltung des Umfelds und den Einsatz verschiedener Gegenstände aus dem Alltag oder Spiel versucht der Therapeut das Kind zur Eigenaktivität zu motivieren, es wenn nötig in seiner Aktivität zu unterstützen und ihm so zu möglichst viel Bewegungserfahrung und Bewegungsvielfalt zu verhelfen.

Für Kinder bietet die Bobaththerapie ein weitreichendes Behandlungskonzept bei allen Auffälligkeiten in der Entwicklung. Diese können sich auf verschiedenste Weise äußern:

  • Entwicklungsverzögerungen wie verspätetes Drehen, Krabbeln, Laufen, Stützen etc.
  • Einseitiges Drehen des Kopfes
  • Schiefes, asymmetrisches Liegen
  • Verweigerung der Bauchlage
  • Zu hohe oder zu wenig Körperspannung (Hypertonie / Hypotonie)
  • Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Angeborene oder erworbene Erkankung des zentralen Nervensystems
  • Muskelerkrankungen
  • uvm.
Bobaththerapie für Kinder
Schmerztherapie FDM nach Typaldos

Craniosacrale Therapie für Kinder und Säuglinge

Die Craniosacrale Therapie ist ein Teil der Osteopathie, die ein in sich abgeschlossenes Behandlungssystem darstellt. Ihre Grundlagen gehen auf den amerikanischen Osteopathen Dr.William Garner Sutherland zurück.

Der Behandlungsschwerpunkt der craniosacralen Therapie liegt im Bereich zwischen Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum).

Dahinter steht die Theorie, dass die Flüssigkeit, das Gehirn und Rückenmark umgibt, der sogenannte Liquor, zwischen diesen beiden Polen zirkuliert. Durch dessen ständige Produktion und Resorption entsteht der „craniosacrale“ Rhythmus. Da über Knochenverbindungen, Muskeln und vor allem die Faszien (Bindegewebe im weitesten Sinn) alles im Körper miteinander in Verbindung steht, kann man diesen Rhythmus am ganzen Körper spüren. Außerdem bekommt man durch das sanfte Spüren mit den Händen auch Informationen über Gewebsspannungen und die eventuell eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Gelenke und der bindegewebigen Verbindungen (z.B. am Kopf an den Schädelnähten).

Ziel der Behandlung ist das das langsame behutsame Lösen von Blockaden und Abbau von Gewebsspannungen, um den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Das craniosacrale System von Kindern & Säuglingen ist noch sehr sensibel. Schon ganz wenig Unterstützung kann bewirken, dass das Kind ausgeglichener und in seiner Mitte ist.

Während der Geburt wird das Kind großen Kräften ausgesetzt und der Körper muss sich dem Geburtskanal anpassen. Da kann es passieren, dass es zu Blockaden (z.B. der Schädelknochen) kommt, die der Körper nicht alleine lösen kann. In der Behandlung bekommt der Körper auch die Möglichkeit bereits Erlebtes zu verarbeiten und sich auf physischer und emotionaler Ebene zu entspannen. Je früher der Körper Unterstützung bekommt, umso leichter findet er in sein Gleichgewicht zurück, da die Störungen noch nicht fixiert sind.

Craniosacrale Therapie für Kinder ist beispielsweise bei folgenden Problemen sinnvoll:

Geburtsgeschehen:

  • nach langer, zu schneller und schwerer Geburt
  • nach Kaiserschnitt, Geburtskomplikationen, Zangen- oder Saugglockenverwendung
  • Steißlage oder Nabelschnurumschlingung
  • Mehrlingsschwangerschaften

für Säuglinge:

  • Schrei- und Spuckbabys
  • Stillprobleme
  • bei Koliken
  • Schädeldeformitäten
  • Symmetriestörungen (sogenannter Schiefhals)
  • Überstrecken des Kopfes oder eingeschränkte Beweglichkeit des Kopfes (meist auf einer Seite)
  • begleitend zu Hüftbehandlungen (breit Wickeln, Zügel, Spreizhose)
  • grundsätzlich aber profitiert jedes Baby von einer craniosacralen Behandlung

für Kinder:

  • chronische Mittelohrentzündungen oder Bronchitiden
  • Begleitung bei Zahnregulierung
  • Kopfschmerzen
  • Schlafprobleme
  • Verdauungsprobleme
  • und vieles mehr
Ablauf der Behandlung

Bei der Sitzung kann das Kind angekleidet bleiben. Die Behandlung findet meist im Liegen statt, manchmal ist der Bewegungsdrang allerdings zu groß oder das Kind möchte lieber sitzen. Dann kann auf dieses Bedürfnis eingegangen und die Behandlung dementsprechend abgewandelt werden. Meist empfinden die Kinder diese Behandlungsmethode jedoch angenehm und lassen sich innerhalb kurzer Zeit darauf ein.